Alma

Alma, 2014

Dreidimensionale Collage
Pigmentdruck
Apfel aus Kupfer, Schultafellack, Sägearbeit
Bildgröße 80 x 60 cm
Unikat


Für die Ausstellung „KUBIN - Was aus meiner Sammlung wurde“, in Kooperation mit der Landesgalerie, wählte Nicola Hackl-Haslinger den Begriff PARADIES besonders mit einem Teilbereich – der „Verführung“. Bezogen auf die christliche Heilslehre greift die Künstlerin die Bibelstelle Gen 2,17 auf, die den Sündenfall thematisiert. Gezeigt wird ein Baum, der sich gespenstisch im Wind bewegt. Die dunkle Monochromatik, die verschwommene Darstellung des Blattwerks und das diffuse Licht unbekannten Ursprungs vermittelt eine entrische Grundstimmung, als ob die letzte Stunde des Paradieses geschlagen hat. Im Hintergrund lassen sich krakeleen-artigen Linien ausmachen, die eine vage Vermutung eines weiblichen Körpers abbilden. Abgesetzt von der Bildebene befindet sich in der Höhe des Geästs die klare und fast haptische Darstellung eines Apfels, bestehend aus einer Kupferplatte.

Der Baum versteht sich als Symbol der Erkenntnis von Gut und Böse als auch des Lebens, der inmitten des Garten Edens steht. Der Apfel steht neben der Versuchung und dem Sündenfall auch für die Erlösung. Interessanterweise sind die Hauptprotagonisten dieser Bibelstelle nicht gezeigt, auch der Apfel ist unversehrt. Verbunden mit dem Bildtitel Alma verweist die Künstlerin auf eine schimmernde Gestalt der Wiener Moderne, Alma Mahler-Werfel, einer der intellektuellen Musen der deutschen Romantik. Ihre Liebesaffären waren legendär und sie wird heute als Femme fatale betrachtet, eine Figur, die es vermag Männer erotisch an sich zu binden, sie aber auch manipuliert und ihre Moral untergräbt. Hier wird eine Beziehung zu Eva geschlagen, die Adam verführt und – im christlichen Kontext – die Vertreibung aus dem Paradies zu verantworten hat.

Mag. Silvia Müllegger, Kunsthistorikerin